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ChatGPT Ads: Werbung schalten in Deutschland

Seit dem 24. August läuft Werbung auch in der deutschen ChatGPT-Version. Wo sie erscheint, wer sie sieht, was sie kostet und wie du selbst einsteigst.

4 Min. Lesezeit
Person am Laptop, umgeben von Symbolen für Zielgruppe, Anzeigenformate und Kampagnenauswertung
Bild mit KI erstellt

Am 24. August ist es so weit gewesen. ChatGPT zeigt jetzt auch in Deutschland Werbung, und die ersten Fragen dazu kommen nicht von privaten Nutzern, sondern von Agenturen. Wo taucht die Anzeige auf, wer sieht sie, und wie kommt man überhaupt rein.

Der Reihe nach.

Wo die Anzeige erscheint

Das Format heißt intern chat_card. Unter der eigentlichen Antwort des Modells erscheint ein optisch klar abgetrennter Kasten, markiert mit dem Wort Gesponsert. Darin stehen Firmenname und Logo, eine Überschrift, ein bis zwei erklärende Sätze, ein Bild und ein Link.

Die Anzeige mischt sich also nicht in den Antworttext. Sie steht daneben, erkennbar als das, was sie ist.

Wer die Werbung überhaupt sieht

Nur Nutzer mit den Tarifen Free und Go bekommen Anzeigen zu sehen. Wer Plus, Pro, Business, Enterprise oder Edu zahlt, sieht keine Werbung, an dieser Stelle hat OpenAI eine klare Linie gezogen.

Interessant wird es beim kostenlosen Tarif selbst. Dort lässt sich Werbung abschalten, das kostet aber etwas: weniger Nachrichten pro Tag und ein eingeschränkterer Funktionsumfang. Wer die Anzeigen zulässt, bekommt im Gegenzug mehr Zugriff. Minderjährige Konten sind von Werbung grundsätzlich ausgenommen, unabhängig vom Tarif.

Für die Reichweitenplanung heißt das: Deine Zielgruppe muss im kostenlosen oder im günstigen Go-Tarif unterwegs sein. Bei einem Publikum, das überwiegend Plus oder Business nutzt, geht die Anzeige ins Leere.

Wie der Zugang in Deutschland aktuell aussieht

Hier liegt der Punkt, an dem sich viele Anfragen aus der Praxis festfahren. Ein Selbstbedienungs-Werbemanager existiert bereits, aber bislang nur in den USA, Großbritannien, Kanada, Australien, Neuseeland, Brasilien, Mexiko, Japan und Südkorea.

In Deutschland läuft der Einstieg im Moment ausschließlich über OpenAI Ads Solutions direkt oder über zugelassene Agentur- und Technologiepartner. Der breite Self-Service soll im Lauf des Quartals folgen, ein festes Datum dafür gibt es noch nicht.

Für Agenturen bedeutet das praktisch: Ohne bestehenden Kontakt zu einem der Partner oder zu OpenAI selbst kommt man momentan nicht direkt rein. Wer jetzt schon aktiv werden will, braucht diesen Umweg.

Wie das Targeting funktioniert

Das unterscheidet sich deutlich von Google oder Meta. Es gibt kein klassisches Keyword-Gebot. Stattdessen beschreibt man in natürlicher Sprache, in welchem Gesprächskontext die Anzeige passen soll, sogenannte Contextual Hints. Die Anzeige folgt dem Thema und der erkennbaren Absicht des Gesprächs, nicht einem gebuchten Suchbegriff.

Geografisches und zeitliches Targeting funktionieren dagegen wie gewohnt, nach Land, Region und Uhrzeit. Demografisches Targeting hat OpenAI für Ende des Jahres angekündigt, ist also noch nicht da.

Ein personalisiertes Profil der einzelnen Person nutzt das System bislang nicht. Die Ausspielung bleibt kontextbasiert. Ob sich das ändert, sobald das demografische Targeting kommt, ist offen.

Was die Anzeigen kosten

Zwei Abrechnungsarten stehen zur Wahl. Für das Ziel Reichweite wird nach Tausenderkontaktpreis abgerechnet, für das Ziel Klicks nach Cost-per-Click, inzwischen ergänzt um eine conversion-optimierte Variante des Klickpreises.

Als Startpunkt für ein Klickgebot nennt OpenAI selbst eine Spanne von drei bis fünf US-Dollar. Verlässliche Durchschnittswerte speziell für den deutschen Markt liegen noch nicht vor, dafür ist der Kanal hierzulande schlicht zu neu.

Was sich nicht bewerben lässt

Eine ganze Reihe von Themen ist komplett gesperrt: Kindersicherheit, Selbstverletzung, Hass, Waffen, Terrorismus, psychische Gesundheit, Politik, Dating und sexuelle Inhalte, Alkohol, Tabak und Glücksspiel.

Finanzdienstleistungen darf OpenAI außerhalb der USA derzeit generell nicht bewerben. Edelmetalle sind komplett ausgeschlossen. Und selbst bei erlaubten Themen gilt: In der Nähe von Gesundheits- oder politischen Gesprächen wird keine Anzeige ausgespielt, auch wenn das beworbene Produkt selbst unproblematisch ist.

Für die Kategorien, die klassische Werbetreibende sonst zuerst buchen, Finanzprodukte, Gesundheit, Politik, ist dieser Kanal also aktuell kein Ersatz für bestehende Kanäle.

Für wen sich das jetzt schon lohnt

Wer bereits mit einer der zugelassenen Agenturen oder mit OpenAI direkt im Kontakt steht, kann heute anfangen und sich einen Erfahrungsvorsprung verschaffen. Alle anderen warten am besten auf den breiteren Self-Service-Zugang, der für dieses Quartal angekündigt ist.

Ich beobachte den Rollout weiter und aktualisiere diesen Beitrag, sobald sich beim Zugang oder bei den Preisen etwas Wesentliches ändert.

#ChatGPT #Werbung #Marketing #Ads

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